Bernd Lahl aus Reddelich zur Ehrenamtsmesse 2011

Wie im Vorfeld berichtet, war unser Kulturverein auch in diesem Jahr auf der Ehrenamtsmesse des Landkreises vertreten. Dazu berichtet einer der Vertreter des Vereins vor Ort, Bernd Lahl:

I n unserem Bundesland werden Ehrenamtsmessen wohl zu einer guten Tradition.

„Ohne Ehrenamt läuft gar nichts.“ Das war das Motto für 48 Vereine aus dem Landkreis Bad Doberan und der Stadt Rostock, die sich am ersten Märzwochenende in Sievershagen auf einer von mehreren regionalen Messen unseres Bundeslandes präsentierten.

Unser Kulturverein für Reddelich und Brodhagen machte dort einen guten Eindruck. Viele Besucher hielten sich am Stand auf und konnten sich über die Projekte des Vereins informieren. Die prominentesten Gäste waren der Landtagsabgeordnete Dr. Henning von Storch, der Rostocker Oberbürgermeister Methling und der Bad Doberaner Bürgermeister Polzin. Die Sozialministerin Schwesig war aus bundespolitischen Gründen durch ihren Staatssekretär vertreten.

Besonders wichtig waren uns aber die persönlichen Gespräche. Da kamen Einwohner unserer Gemeinde und staunten, was denn bei uns im Dorf so los ist. Reges Interesse zeigten zahlreiche ehemalige Einwohner und auch Personen, deren Vorfahren aus Reddelich stammen. Angenehm war das Interesse von Menschen aus Rostock, die keine Vorstellung vom Leben auf dem Dorf hatten und ihr bisheriges Distanzgefühl zum Landleben in Frage stellten.

Grundsätzlich sollte jedem Bürger klar sein, dass der Staat nur für die Rahmenbedingungen des täglichen Lebens verantwortlich ist. Die Ausgestaltung ist Sache der Menschen. Unser Kulturverein funktioniert nur, weil es Absprachen zwischen aktiven Menschen gibt und deren Wort gilt.

Ein Beispiel und eine einfache Rechnung seien hier dargestellt. Am Tag nach unseren Dorffesten ist das Aufräumen angesagt. Ohne großes Betteln finden sich immer etwa 30 Freiwillige ein, die innerhalb von zwei Stunden mit Fleiß und Spaß die „Ausgangslage“ wieder herstellen und bei einem kleinen Imbiss das Dorffest beschließen. Nicht alle gehören dem Kulturverein an, sie leisten eine großartige Ehrenamtsarbeit! Es kommen etwa 60 Arbeitsstunden zusammen!
Jetzt die Rechnung nach dem Motto „was wäre, wenn…“. Wir haben etwa 900 Einwohner in der Gemeinde. Davon sind mit Sicherheit unabhängig vom Alter und Befindlichkeiten wenigstens 500 Personen in der Lage, sich eine Stunde im Jahr ehrenamtlich an der Ausgestaltung des Lebens in irgendeiner Form zu beteiligen. Das entspricht etwa der Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten in einem Vierteljahr!

In unserer Gemeinde gibt es schon eine Vielzahl an Menschen, die sich ehrenamtlich auf mancherlei Weise und aus verschiedenen Gründen betätigen. So hat doch der kleine Weihnachtsmarkt der Schüler in Brodhagen den gleichen Stellenwert, wie die Betätigung bei der Dorfzeitung, in einer Tanzgruppe, im Chor, in einer Elternvertretung usw.
Schauen Sie doch mal gründlich und regelmäßig auf die Internetseite unseres Kulturvereins. Viel interessanter wird es, wenn Sie mit einer der dort genannten Personen einmal Kontakt aufnehmen. Machen Sie einen Versuch, jeder findet Zeit für Sie. Das verpflichtet zu nichts, könnte aber zu einer gewissen Aktivität verführen.
Es besteht dringende Ansteckungsgefahr – wir freuen uns genau auf Sie!

Fotos: A. Elmer

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