Jubiläumsdorffest 2017

Das Dorffest „840 Jahre Reddelich“ ist nun Geschichte. Es wird als eines der Dorffeste in die Chronik eingehen, bei dem alles gepasst hat und eine Rekordbesucherzahl zu verzeichnen ist. Kurz, eine gelungene Präsentation der gesellschaftlichen Leistungsfähigkeit unserer Kommune.

Das Sportfest am Freitag war, wie in jedem Jahr, der Auftakt. Auf den beiden Volleyballfeldern kämpften bis in die späten Abendstunden acht Mannschaften um die Platzierungen. Darunter drei Mannschaften aus Reddelich: „Reddelich Mix“, „Alte Dorfstraße“, und „Gewerbegebiet“. Die Brodhäger haben leider keine Mannschaft zusammen bekommen. Auch wenn der Spaß im Vordergrund stand, wurde nach klaren Regeln gespielt. Am Ende gab es acht Sieger in der Reihenfolge:

  1. Einheit Bad Doberan
  2. Reddelich Mix
  3. Die Unberechenbaren
  4. Dressierte Ballaffen
  5. Alte Dorfstraße Reddelich
  6. Rethwisch
  7. Steffenshagen
  8. Gewerbegebiet Reddelich

Die Reddelicher Feuerwehr sorgte für gute Verpflegung, sodass weder Aktive noch Gäste hungrig oder durstig vom Platz gehen mussten.

Am Samstag begann das Fest mit einem Umzug, der nach den Gesetzen der Moderne, als Fahrzeugkorso durch das Dorf fuhr. Vom Schwerlasttransporter mit dem Blasorchester Bad Doberan als künstlerische „Schwerlast“ bis zum Simson „Star“ aus den 1960er Jahren waren Fahrzeuge aller Art vertreten. Stolz präsentierten Reddelicher ihre polierten und geschmückten vierrädrigen Lieblinge, die auch mal zwei oder zwölf Räder haben konnten. Unternehmer, Landwirte und Privatleute beteiligten sich an diesem Korso und versprühten Lebensfreude. Die Fotos aus der Galerie sprechen da für sich. Wer sich für den Umzug auf dem Dorffest von vor 62 Jahren interessiert, sollte die aktuelle Dorfzeitung Raducle kaufen. Der Festumzug wurde damals noch zu Fuß, hoch zu Ross oder im Eselskarren absolviert.

Auf dem Festplatz wurde im Anschluss der Ehrengast, unser Landrat Herr Constien, durch den Bürgermeister und den Leiter des Festkomitees, Andreas Elmer, begrüßt. Mit einem Grußwort eröffnete der Landrat das Fest dann auch offiziell. In seiner erfreulich kurzen Rede würdigte er die ehrenamtlichen Leistungen unserer kleinen Gemeinde. Er kam auch nicht mit leeren Händen zu unserem Fest, sondern nutzte die Gelegenheit, uns die sehnlichst erwartete Baugenehmigung für das neue Gemeindehaus persönlich zu überreichen. Auf dem anschließenden Rundgang kam er mit vielen Leuten ins Gespräch und überzeugte sich vor Ort von den vielen Angeboten.

Die Kinder der Reddelicher Kita Rohrspatz eröffneten auch in diesem Jahr das nachmittägliche Kulturprogramm mit der Darbietung sportlicher Übungen. Die Kaffeezeit untermalte das Blasorchester Bad Doberan, bevor im Anschluss eine Akrobatengruppe zeigte, wie elastisch Menschenkörper sein können. Bevor die Tombolapreise verteilt wurden, verzauberten die Mädels von der Showtanzgruppe Fantasia das Publikum.

Apropos Tombola, mit so vielen Besuchern wie in diesem Jahr konnten die Organisatoren, nach den Erfahrungen der letzten Jahre, nicht rechnen. Die Lose für die Tombola waren genauso schnell vergriffen, wie die Tortenplatten und Kuchenbleche im „Kuchenzelt“ leer geputzt waren. Wie Ute Gärtner, Koordinatorin des Kuchenbasars, berichtete, gab es diesmal rund 50 Kuchenspenden aus und um Reddelich. Daher auch die überwältigende Vielfalt, von der die Bildergalerie eine kleine Vorstellung vermittelt.

Nun ist es an der Zeit, einmal hinter die Kulissen des Festes zu schauen. Auch wenn es heute Eventagenturen gibt, die sich bei Bedarf um alles kümmern, werden die Reddelicher Dorffeste nach wie vor ehrenamtlich vorbereitet und durchgeführt. Das schon erwähnte Dorffestkomitee ist eine lose Gruppe von Vertretern aus dem Kultur- und Feuerwehrverein sowie der Gemeinde. Sie kommen bereits im Winter zusammen, um unter der Leitung von Andreas Elmer das Fest zu planen und die Aufgaben zu verteilen. Wer schon einmal eine größere Familienfeier organisiert hat, kann erahnen, wie viel Arbeit schon geleistet wurde, bevor der Festplatz aufgebaut wird. Auch den Auf- und Abbau des Festgeländes erledigen ehrenamtliche Helfer genauso wie die Besetzung der meisten Stände auf dem Platz. Ehrenamtlich heißt in diesem Falle wirklich für lau, also ohne üppige Aufwandsentschädigung. Lediglich einen Essens- und Getränkegutschein gibt es für die Helfer vor Ort – das sei ihnen von Herzen und mit einem Dankeschön gegönnt. Die Erlöse aus den Verkäufen und der Tombola fließen in die Vereinskassen und kommen nach Maßgabe ihrer Statuten gemeinnützigen Projekten zugute. Zum Beispiel einem Dorffest …

Auffällig waren die vielen Kinder auf dem Festplatz, die spezielle Angebote für sich nutzten und sich offensichtlich pudelwohl fühlten. Ob Hüpfburg, Kinderschminken, Vorführungen der Reddelicher Minilöscher und Glücksrad als kostenlose Angebote der Vereine oder Kommerzielle, wie ein Karussell und Ponyreiten – niemandem musste langweilig werden. Ähnlich war auch die Mischung der Angebote für Erwachsene. Die Obstarche informierte an ihrem Stand nicht nur über die geleistete Arbeit sondern bot Apfelsaft und Obstbrand von den Früchten des Reddelicher Altbaumbestandes an. Am Stand der Raducle wurden nicht nur Zeitungen verkauft. Es war ein guter Ort zum Erinnerungsaustausch oder für „Läuschen und Rimels“, wie „Smalltalk“ zu Fritz Reuters Zeiten noch genannt wurde. Auch die Schießbude der Feuerwehr mit ihren originellen Preisen war stets gut besucht. Der Kuchenbasar wurde bereits erwähnt. Zu verfehlen war er nicht, man musste sich nur an die längste Schlange anstellen. Auch der Getränkeverkauf oblag dem Kultur- und Feuerwehrverein. Kommerzielle Angebote wie „Axels Bratwurstbude“, Fischimbiss und Eisverkauf ergänzten die Palette. Ein Novum war die Integration eines Angelflohmarktes in das Dorffest.

Mit den ersten Musiktakten der Showband Papermoon am Abend füllte sich sofort die Tanzfläche. Da sage noch einer, Mecklenburger seien Tanzmuffel. Die Tanzfläche blieb auch bis in die Nacht gut gefüllt. Hilfreich dafür war sicher auch, dass es trocken blieb – zumindest von oben. Das Wetter war ohnehin so ein Ding. Schaut man sich die Daten vor und nach dem Dorffest an … Optimismus zahlt sich halt aus.

Der Rest ist schnell erzählt. Gäste und Aktive gingen gut gelaunt und voller Eindrücke nach Hause. Randalierer und Diebe blieben gleich dort. Sonntägliches Aufräumen mit einem Frühschoppen zu kombinieren hat sich seit vielen Dorffesten bewährt. Weil das diesjährige ein Jubiläumsfest war, wurde der Frühschoppen mit Klängen eines mobilen Glockenspiels untermalt.

Danke an alle, die Anteil am Gelingen dieses schönen Festes haben!