Katja Wagner – „Exotin“ aus dem Rheinland

Unser Kulturverein konnte zuletzt viele neue Mitglieder gewinnen. Katja Wagner aus Bonn zählt dazu und hat den wohl weitesten Anreiseweg. Wir haben sie nach den Motiven für ihre Mitgliedschaft gefragt:

Frau Wagner, wie sind Sie auf unseren Kulturverein aufmerksam geworden? Immerhin sind Sie nicht aus unserer Region, denn Sie nennen derzeit Bonn Ihr Hause.

Bei meiner ersten Reise in das schöne Mecklenburg im Jahr 2005 haben mich die Landschaft, die Hansestädte, die Ostsee und natürlich die Menschen des Landes in ihren Bann gezogen. Seitdem verbringe ich jährlich zwei Urlaube in dieser traumhaften Ecke, meist im April und im Oktober. Es gefällt mir sehr, die Ostseeluft bekommt mir bestens und ich fühle mich so wohl, dass ich zum (Un-) Ruhestand in einigen Jahren in die Region umsiedeln will.
Durch Reddelich bin ich oft mit dem Drahtesel gefahren; auf die Obstarche und den Kulturverein stieß ich an einem Urlaubsmorgen im April 2016 beim Blick die Ostsee-Zeitung. Darüber ließ sich der Kontakt zu Silvia Kastell, Koordinatorin der Obstarche, rasch herstellen. Ein Kontakt, einfach, unproblematisch und wirkungsvoll! Schon beim folgenden Herbsturlaub konnte ich meine ersten beiden Patenbäume spenden und selbst pflanzen.

Was waren Ihre Gründe, die Obstarche zu unterstützen und dem Kulturverein beizutreten?

Bereits beim ersten Kontakt zur Obstarche spürte ich die Begeisterung und die besondere Einsatzfreude aller Beteiligten. Ich dachte, dass die Region mit einem solch‘ wichtigen Projekt nachhaltig bereichert wird, denn es unterstützt die biologische Vielfalt – Biologie war mein Lieblingsfach in der Schule. Ich habe dann alles über das Projekt ermittelt, seine Aufgaben, Ziele und Aktivitäten. Ich war in seinen Bann gezogen und wollte die tolle Sache unterstützen und bereichern! Ich begann mit dem Pflanzen der Bäume.
Aber die Obstarche ist nur eine der vielen Aktivitäten des Kulturvereins. Auch die anderen Angebote und Projekte überzeugten mich sofort. Es war es mir deshalb wichtig, den Kulturverein insgesamt zu unterstützen. Ich selbst bin in einem kleinen Dorf auf dem platten Land groß geworden und habe bei Erntedank-, Schützenfesten und anderen Aktivitäten das Füreinander und Miteinander sehr genossen. Der Kulturverein für Reddelich und Brodhagen setzt sich aktiv, unermüdlich und mit zahlreichen Angeboten und Projekten für Groß und Klein, Alt und Jung, für die Gemeinschaft und das Miteinander ein. Das Engagement beeindruckt mich, es entspricht meiner Mentalität, ich will, nein ich muss, einfach dabei sein.

Was gefällt Ihnen bei der Obstarche besonders gut?

Mein Interesse gilt ganz besonders den Aktivitäten zur Kinder- und Jugendarbeit. Es ist so wichtig, Kinder frühzeitig und spielerisch mit der Natur zu verbinden, sie in ihrer naturgeschichtlichen Bildung zu fördern und sie so für ein Leben im Netzwerk zu begeistern. Nach meinem Eindruck verlieren Kinder leider nicht selten den Bezug zur und das Wissen über die Natur. Langfristig könnte ich mir weitere Unternehmungen für Kinder vorstellen. Ich denke an Ferienkurse, die im Abenteuermodus Wissen spendieren. Dies könnte auch Freundschaften von einheimischen Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen am Urlaubsziel bleiben, und Urlaubern oder sonstigen Besuchern dienen. Der Funke für die Sache könnte dabei überspringen, der Gedanke mitgenommen und vielleicht in anderen Regionen eingepflanzt werden.
Ich könnte mir vorstellen, die Obstarche in die Ausbildung junger Menschen einzubinden – sei es mit Praktika bei der Gemeinde, der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen oder der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Überaus gelungen finde ich den Obstlehrpfad, den ich bei jedem Besuch gern aufs Neue erwandere. Für die Kleinen könnte ich mir auf diesem eine Schatzsuche vorstellen. Sie gehen auf Suche nach Rätseln, ermitteln die Lösung und bekommen am Ende einen schönen Stempel mit dem Obstarche-Maskottchen. Was das ist? Natürlich eine strahlende Quitte, der Sonne und der Freude gleichend.

Hatten Sie bereits Gelegenheit, sich aktiv zu einzubringen?

Na klar! Inzwischen habe ich sechs Patenbäume gepflanzt: Die Große schwarze Knorpelkirsche, die Kurmarker Walnuss, den Mecklenburger Königsapfel, die Gute Graue, eine Birne, eine Maulbeere und zuletzt eine Quitte Robusta. Um meine Patenbäume – und natürlich alle anderen in der Obstarche kümmere ich mich in meinen Urlaubs- Arbeitseinsätzen. Und wenn ich vor Ort bin, nehme ich natürlich an unseren Mitgliederversammlungen teil.

Das Interview führte Dr. Silvia Kastell